Ian Caldwell, Dustin Thomason – Das letzte Geheimnis

„Das letzte Geheimnis“ von Ian Caldwell und Dustin Thomason ist 2006 im Verlag von Bastei Lübbe erschienen.

Klappentext
Tom, Carlie, Gil und Paul sind Freunde, die an der Universität Princeton studieren. Doch plötzlich geschehen merkwürdige Dinge auf dem Campus: Ein grausam verstümmelter Hund bildet den Auftakt zu einer Reihe von Morden, die eines gemeinsam haben: Sie alle stehen im Zusammenhang mit einem Manuskript aus der Renaissance, über das Paul seine Abschlussarbeit schreibt. An der Entschlüsselung der „Hypnerotomachia Poliphili“, vordergründig eine Minneerzählung, hat sich schon so mancher Wissenschaftler versucht. Eine rätselhafte Schrift, die, richtig gelesen, den Lageplan zu einer geheimen Krypta in Florenz enthält. Als er der Lösung des Rätsels ganz nahe ist, gerät auch Paul in Lebensgefahr…

Einstieg ins Buch
Wie wohl viele von uns hat mein Vater Zeit seines Lebens versucht, eine Geschichte zusammenzutragen, die er niemals verstehen würde. …

Meine Meinung
Die vier Freunde Tom, Carlie, Gil und Paul lernen sich auf dem Campus kennen. Paul schreibt gerade seine Abschlussarbeit über das Buch Hypnerotomachia Poliphili. Da sich bereits Toms Vater mit diesem Buch befasst hat, haben Tom und Paul sofort einen gemeinsamen Nenner und freunden sich an.  Schritt für Schritt versuchen die Freunde die Geheimnisse des Buches zu entschlüsseln. Um herauszufinden, wo sich die geheimnisvolle Krypta in Florenz befindet, müssen Rätsel gelöst, Codes geknackt und Aufgaben gelöst werden. Paul entwickelt eine regelrechte Obsession, denn je näher er der Lösung kommt, desto mehr vergisst er das Leben um ihn herum. Nichts scheint mehr wichtig zu sein: Das Studium, seine Freundin, sogar sein Leben außerhalb der Hypnerotomachia Poliphili. Nur dank seiner Freunde schafft er es nicht vollends dem Fanatismus zu verfallen.

Die Erlebnisse der jungen Studenten tragen wunderbar zum Aufbau des Spannungsbogens bei. Zwar hat mich die Spannung nicht vom Hocker gerissen, aber ich fühlte mich gut unterhalten. Innerhalb der Geschichte war eine Entwicklung der Studenten zu verzeichnen , sodass es hier zwar vordergründig um die Entschlüsselung eines Buches geht, sich die Geschichte allerdings auch um das Erwachsenwerden dreht. Die Charaktere müssen lernen, dass die Welt nicht nur aus Freundschaft und Studentenfeiern besteht. In der Gesellschaft geht es immer um Ruhm und Macht und es gibt Menschen, die skrupellos ein Ziel verfolgen. Die Charaktere sind insgesamt gut entwickelt und werden sehr detailliert beschrieben. Der Roman ist aus der Ich-Perspektive, aus der Sicht von Tom, geschrieben. Der Handlung konnte ich gut folgen und während des Lesens war mir nie langweilig.

Von den beiden Autoren, ebenfalls Studenten, wurde hier ein toller Roman rund um einen Mythos geschaffen. Das Buch mit dem Titel Hypnerotomachia Poliphili gibt es wirklich und beschäftigt seit dem 16. Jahrhundert die Menschen. Als es 1499 in Italien erschien, war es seiner Zeit voraus und nur Wenige konnten etwas damit anfangen. Ian Caldwell und Dustin Thomason haben hier wirklich gute Recherche-Arbeit geleistet und präsentieren in ihrem Roman eine Menge Fakten rund um das mystische Buch. Die Kombination aus historischem Roman, Thriller und ein bisschen Abenteuer Roman ist den Autoren gut gelungen. Besonders gut finde ich die Einbindung der Fakten in die Geschichte, die sich eigentlich um das Leben des Studenten dreht. Es gibt beispielsweise Abbildungen aus dem Original, um die sich die Studenten den Kopf zerbrechen. Trotz der ganzen Fakten wird das Wissen ansprechend und flüssig präsentiert.

Ein bisschen musste ich mich an die lateinischen Begriffe gewöhnen, aber da sich die Worte oft wiederholen, ging das recht zügig. Die einzelnen Kapitel sind recht kurz und ich konnte immer wieder mal einen kurzen Break einlegen, da es keinen Cliffhanger am Ende der Kapitel gibt. Der Schreibstil ist nicht leicht, aber flüssig.

Zitat
Ich glaube, es war meine Mutter, die mir gesagt hat, ein Freund wird sich schützend vor Dich stellen, sobald Du ihn darum bittest – aber ein guter Freund tut es schon vorher. (Seite 123)

Fazit
„Das letzte Geheimnis“ von Ian Caldwell und Dustin Thomason ist keine leichte Lektüre und sicherlich auch nicht für jeden Leser geeignet. Doch für kleine Verschwörungstheoretiker und geschichtlich Interessierte ist dieser Roman genau das Richtige. Wer hier auf ein vergleichbares Werk im Stil von Dan Brown hofft, sollte lieber die Finger davon lassen. Von mir gibt es eine solide Leseempfehlung.

Bewertung
3/5

Der Autor
Ian Caldwell und Dustin Thomason sind zwei amerikanische Studenten, die mit ihrem ersten Roman in den USA für eine Sensation sorgten. Bereits zwei Monate nach Erscheinen stand das Buch auf Platz zwei der New York Times Bestsellerliste. Auch in Deutschland wurde „Das letzte Geheimnis“ ein durchschlagender Erfolg und war monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste. Nach ihrem großen Erfolg bereiten die beiden Freunde derzeit einen weiteren Roman vor.

Titel der Orignialausgabe: The Rule of Four

Seitenanzahl: 443
ISBN: 978-3-404-15579-8
Verlag: Bastei Lübbe

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.